Claudia Schulz (handgeschriebene Überschrift)

Wurde in Verona von einem Straßenfeger in einem dunklen Kellergewölbe gefunden.  Ist stumm, kann jedoch durch ihre Mimik all das ausdrücken, was sie zu sagen hat. Neben ihrer Tätigkeit bei Zwangsvorstellung leitet sie noch Kurse in Ikebana und Kunstklöppeln. Liebt den Winter und verabscheut Sonnenbrände.

Claudia Schulz schwitzt - fotografiert von Christian Rösner

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"Es ist erstaunlich, aber schon als ich sie zwischen all den Kohlen und fauligen Kartoffeln sitzen sah, brachte sie mich zum Lachen. Sie war schon immer ein Sonnenschein!", sagt Paolo Colluci, der Claudia damals fand.

Paolo nahm Claudia bei sich auf und von seiner Frau Marilena, ihrerseits Puppenspielerin, lernte Claudia schon früh das Handwerk des Marionettenbaus. Da die Familie sehr arm war, musste die junge Claudia nebenbei in einer Stopfgarnfabrik arbeiten. "In der Pause hat sie sich immer Wollreste auf den Kopf gelegt und uns alle mit ihren Grimassen beglückt. Die eintönige Arbeit fiel einem dann nur noch halb so schwer", erinnert sich Marina Lonaretta, eine damalige Arbeitskollegin.

In der Silvesternacht 1995 traf die Familie Colluci und ihre Ziehtochter Claudia ein hartes Schicksal: Eine Feuerwerksrakete landete im Dachstuhl ihres Hauses in der Via Degli Incidenti und das Haus, Paolo sowie Marilena verbrannten. Claudia konnte sich rechtzeitig retten, doch hatte sie nun alles verloren, was ihr lieb und teuer gewesen war. Mit ein paar Marionetten unterm Arm wollte sie ihrem Unglück den Rücken kehren und kaufte sich ein Zugticket nach Nürnberg. Schnell fand sie einen Job in einem Freizeitbad, in welchem sie die Wasserrutsche überwachte. Hier traf sie zufällig auf Juliane Schröter, welche sich beim Wasserrutschen den Fuß gebrochen hatte. Beide freundeten sich an und gründeten das Theater Zwangsvorstellung.

Im wirklichen Leben ist die Theaterwissenschaftlerin Claudia eine ernsthafte Regisseurin und Schauspielerin und strickt an der Dramaturgie ihres Lebens. Einzigartig bearbeitet sie experimentelle sowie traditionelle Theaterformen und verleiht dabei allem ihre eigene unverwechselbare Note.